Ursachen & Risikofaktoren

Etwa jede siebte Krebsdiagnose in Deutschland betrifft den Darm. Die genauen Ursachen für Darmkrebs sind noch nicht abschließend geklärt. Als ein Risikofaktor gilt ein ungesunder Lebensstil. Auch erbliche Faktoren spielen eine Rolle: 30 Prozent der Darmkrebspatienten sind familiär vorbelastet.

Jährlich erkranken in Deutschland etwa 63.000 Menschen im Jahr an Darmkrebs. Fast zwei Drittel der Erkrankungen betreffen den Dickdarm. Nur etwa zehn Prozent der Darmkrebspatienten sind zum Zeitpunkt der Diagnose unter 55 Jahre alt. Bei ihnen handelt es sich meistens um erblich bedingte Formen des Darmkrebses.

Entstehung von Darmkrebs

Der Begriff Darmkrebs ist ein Sammelbegriff aller Krebserkrankungen des Darms. Meist tritt der Krebs im Dickdarm (Kolonkarzinom) oder im Mastdarm (Rektumkarzinom) auf. Im Dünndarm entstehen Krebserkrankungen sehr selten.

Aufbau des Darms

Darmkrebs entwickelt sich meist lange Zeit unauffällig und verursacht häufig zunächst keine Beschwerden. Wissenschaftler haben noch nicht abschließend geklärt, warum sich Darmkrebs bildet. Sie wissen jedoch, dass er meist langsam entsteht: Es kann Jahre, sogar Jahrzehnte dauern, bis bösartige Tumoren im Darm wachsen. In etwa 95 Prozent der Fälle hat sich der Krebs aus anfangs gutartigen Wucherungen der Schleimhaut entwickelt. Diese heißen Polypen.

Darmkrebsentwicklung

Risikofaktoren von Darmkrebs

Mögliche Risikofaktoren für Darmkrebs:

  • Das Alter:
    Ab 50 Jahren steigt das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Anders ist das bei Menschen, die familiär vorbelastet sind. Bei ihnen kann der Krebs schon in jungen Jahren ausbrechen.
  • Chronische Erkrankungen des Darms:
    Patienten mit einer speziellen Form von Darmpolypen oder einer chronischen Entzündung der Dickdarmschleimhaut (Morbus Crohn und Colitis ulcerosa) tragen ein erhöhtes Risiko, an Darmkrebs zu erkranken.
  • Frühere Krebserkrankungen:
    Menschen, die schon früher zum Beispiel an Gebärmutterschleimhaut- oder Eierstockkrebs erkrankt sind, zählen Mediziner ebenfalls zu den Risikogruppen.
  • Ein ungesunder Lebensstil:
    Wer Übergewicht hat, sich ungesund ernährt und raucht, erhöht sein Risiko, an Darmkrebs zu erkranken.

Familiäres Risiko

Etwa 30 Prozent aller Darmkrebspatienten sind familiär vorbelastet: Mediziner unterscheiden zwischen erblichem Darmkrebs und der familiären Häufung von Darmkrebs. Bei diesen beiden Formen kann der Krebs in jungen Jahren ausbrechen. Liegt in der Familie eine Häufung bestimmter Krebsarten vor oder ist ein naher Verwandter in jüngerem Alter (unter 50 Jahren) an Darmkrebs erkrankt, sollten Betroffene eine sogenannte „humangenetische Beratung“ aufsuchen. Bei einigen Darmkrebserkrankungen ist die genetische Grundlage bereits bekannt und kann mithilfe von Gentests untersucht werden. Wird eine entsprechende Veränderung der Gene entdeckt, können die betroffenen Personen eine frühzeitige und engmaschige Vorsorge in Anspruch nehmen.

 

Hereditäres nicht-polypöses kolorektales Karzinom (HNPCC)

Das sogenannte „hereditäre nicht-polypöse kolorektale Karzinom“ (HNPCC; oder auch Lynch-Syndrom) ist Ursache für etwa vier Prozent der Darmkrebserkrankungen. Dabei handelt es sich um einen vererbten Gendefekt, der alle Körperzellen betrifft – nicht nur die Zellen des Darms. Deshalb haben Patienten mit HNPCC nicht nur ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs, sondern auch für andere Krebsarten. Ärzte empfehlen Personen mit HNPCC ab einem Alter von 25 Jahren jedes Jahr eine Darmspiegelung durchführen zu lassen.

 

Familiäre adenomatöse Polypose (FAP)

Etwa ein Prozent aller Darmkrebspatienten sind von „familiärer adenomatöser Polypose“ (FAP) betroffen. Bei dieser Krankheit wachsen bereits im jungen Alter hunderte bis tausende Polypen im Dickdarm, aus denen bösartige Tumoren entstehen können. Die Polypen bleiben meist lange unbemerkt. In späteren Stadien können sie zu Blut im Stuhl, Durchfall oder Verstopfung, Blähungen, Schmerzen oder Gewichtsverlust führen. Die Darmkrebsvorsorge für Personen mit FAP beginnt bereits im Alter von zehn Jahren.

 

Familiäre Häufung

Bei etwa 20 Prozent der Darmkrebspatienten findet sich eine familiäre Häufung von Darmkrebs oder Darmpolypen. Einen genetischen Zusammenhang haben Forscher aber noch nicht entdeckt. Mitglieder solcher Familien haben ein erhöhtes Risiko, Darmkrebs zu bekommen.

  Kurz & Knapp

Meist entwickelt sich Darmkrebs langsam und entsteht aus zunächst gutartigen Wucherungen der Darmschleimhaut. Welche Faktoren dazu führen, ist bisher nicht genau bekannt. Etwa ein Drittel der Darmkrebspatienten ist familiär vorbelstet.