Ernährung

Normalerweise ist es nicht notwendig, dass Sie Ihre Ernährung bei einer Darmkrebserkrankung langfristig umstellen. Oft reicht es, wenn Sie in den ersten Wochen nach einer Operation auf fettreiche oder allzu große Mahlzeiten verzichten. Denn gesunde Lebensmittel können während der Darmkrebs-Therapie nicht nur Ihr Wohlbefinden steigern, sondern auch Ihren Körper und Ihre Verdauung unterstützen.

Jeder Patient reagiert unterschiedlich auf eine Krebsbehandlung. Probieren Sie am besten Schritt für Schritt aus, welche Lebensmittel Ihnen bekommen und welche Sie weniger gut vertragen. Stimmen Sie Ihre Ernährung gezielt auf Ihre Bedürfnisse ab.

Ernährung bei Darmkrebs

Um ein Gefühl für Ihre optimale Ernährung bei Darmkrebs zu erlangen, kann es helfen, wenn Sie Buch über Ihre Mahlzeiten führen: Listen Sie in einer Art Ernährungstagebuch alle Lebensmittel auf, die Sie über den Tag verteilt zu sich nehmen. Machen Sie sich Notizen, welche Sie gut vertragen oder welche Ihnen nicht bekommen. Ihre Unterlagen können Sie auch mit Ihrem Arzt besprechen. Er kann so mit Ihnen zusammen Ihre individuellen Ernährungsregeln entwickeln. Ausführliche Informationen zum Thema „Ernährung bei Darmkrebs“ finden Sie außerdem in dieser kostenlosen Broschüre.

Ernährung nach der Operation

Nach einer Darmkrebs-Operation reagiert Ihr Körper manchmal sensibel auf schwer verdauliche oder blähende Lebensmittel. Auch große Portionen vertragen viele Krebspatienten anfangs nicht. Versuchen Sie, Ihren Körper langsam wieder an normale Kost zu gewöhnen. Nehmen Sie lieber mehrere kleine und über den Tag verteilte Mahlzeiten zu sich.

Gerade bei einem künstlichen Darmausgang ist es wichtig, einige Dinge zu wissen. Ein Stoma bedeutet nicht, dass Sie Ihre Ernährung komplett umkrempeln müssen. Testen Sie vorsichtig, welche Lebensmittel für Ihre Lebensweise mit dem Stoma zuträglich sind. Am besten probieren Sie zuerst kleine Portionen und beobachten, wie Sie darauf reagieren. Nach einer Übergangszeit können die meisten Stoma-Träger fast alles essen, worauf sie Lust haben. Auf einige Lebensmittel sollten Sie jedoch insbesondere in der unmittelbaren Zeit nach der Operation verzichten, um Durchfall oder Blähungen zu vermeiden.

Patienten mit künstlichem Darmausgang sollten folgende Lebensmittel meiden:

  • kohlensäure- und koffeinhaltige Getränke
  • Alkohol
  • säurehaltiges Obst wie Grapefruits, Johannisbeeren oder Himbeeren
  • Gemüse wie Zwiebeln, Knoblauch, Rhabarber, Kohlsorten, Paprika, Spargel
  • Pilze
  • Hülsenfrüchte wie Linsen
  • Eier oder Lebensmittel mit Ei, zum Beispiel Mayonnaise

Ernährung bei Strahlen- und Chemotherapie

Jeder Körper reagiert unterschiedlich auf eine Strahlen- oder Chemotherapie. Die einen sind vor allem von Übelkeit oder Erbrechen betroffen. Hier hilft es, das Würzen so gut es geht zu reduzieren und viel Püriertes aus Gemüse, Getreide und Obst zu sich zu nehmen. Auch ein Pfefferminztee nach dem Essen steigert die Bekömmlichkeit bestimmter Speisen. Andere haben mit gereizten Schleimhäuten zu tun. Scharfe, kohlensäurehaltige oder bröselige Speisen vermeiden diese Patienten besser für eine gewisse Zeit.

Ernährung bei Gewichtsverlust

Mit einer Krebserkrankung können häufig Appetit- und Gewichtsverlust einhergehen. Daher ist es das Beste, wenn Sie Essen nicht als Pflicht begreifen, sondern dann essen, wenn Ihnen danach ist –.. Einige Patienten reagieren sensibel auf Essensgerüche.. Sollte Ihnen das Zubereiten von Speisen etwa aufgrund des Geruches unangenehm sein, so scheuen sie nicht, beispielsweise Angehörige um die Zubereitung zu bitten, anstatt nicht zu essen oder auf Fertigprodukte auszuweichen. Um Ihr Gewicht möglichst stabil zu halten, setzen Sie vor allem auf energiereiche und fetthaltige Lebensmittel und hochwertiges Eiweiß. Gerade jetzt ist es wichtig, dem Körper genügend Nährstoffe zuzuführen und das Immunsystem zu stärken.

Nährstoffübersicht für Darmkrebspatienten

Diese Liste gibt Ihnen eine Orientierung für gut bekömmliche Nahrungsmittel:

  • Kohlenhydrate in Form von Kartoffeln, Nudeln oder geschältem Reis
  • Fette in Form ungesättigter Fettsäuren und frischem Fisch
  • Hochwertige Eiweiße in Form von Geflügel und Milchprodukten
  • Vorsichtiger Verzehr von Ballaststoffen in Kombination mit viel Flüssigkeit (Möhren, Salate, Sellerie oder feines Vollkornbrot enthalten gut verträgliche Ballaststoffe)
  • Vitamine, insbesondere Vitamin B12 und Folsäure (Rote Bete, Spinat oder Fenchel etwa erhalten viel Folsäure)

  Kurz & Knapp

Die eine richtige Ernährung bei Darmkrebs gibt es nicht. Vielmehr gilt es herauszufinden, was Ihnen gut tut und bekommt. Achten Sie jedoch auf kleine Portionen und vermeiden Sie schwer verdauliche, blähende oder stark gewürzte Speisen. Entdecken Sie auch die wohltuende Wirkung von Ingwer- und Kräutertees.