Operation

Die Operation ist eine der wichtigsten Behandlungsmöglichkeiten bei Darmkrebs: Wenn der Tumor vollständig entfernt werden kann, erhöhen sich die Chancen, wieder gesund zu werden.

Bei der Behandlung von Darmkrebs hat die Operation grundsätzlich einen hohen Stellenwert. Je mehr vom Tumorgewebe entfernt werden kann, umso höher sind die Heilungschancen. Und je früher der Darmkrebs entdeckt wird, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, diesen vollständig herausoperieren zu können. Mediziner nennen diese Art der restlosen Entfernung eine R0-Resektion. In diesem Fall leben bis zu 90 Prozent der Darmkrebspatienten auch noch fünf Jahre nach dem Eingriff.

Die zusammen mit dem Patienten zu treffende Entscheidung für oder gegen eine Operation oder auch, welches Operationsverfahren zur Anwendung kommt, sollte sofern möglich immer durch eine interdisziplinäre Fallbesprechung (z. B. durch ein Tumorboard) untermauert sein. Dies ist nicht immer möglich, gibt aber sowohl dem Patienten als auch den behandelnden Ärzten eine größere Sicherheit, die bestmögliche Entscheidung getroffen zu haben.

Etwa zwei Drittel der Darmtumore befinden sich im Dickdarm (Kolon) und circa ein Drittel im Mastdarm (Rektum).

Operation bei Dickdarmkrebs

Bei der Operation kommen entweder sogenannte offene Operationsverfahren zur Anwendung oder Techniken unter Einsatz von dünnen Kathetern, die über die Bauchdecke eingeführt werden (Laparoskopische Operation). Der Chirurg entfernt dann soviel vom Tumor und vom betroffenen Darmgewebe wie möglich. Zusätzlich wird versucht, vom Tumor befallene Lymphknoten bzw. Bauchraumfettgewebe zu entfernen. Dabei wägt der Chirurg auch das Ausmaß der technischen Entfernbarkeit ab gegenüber den potentiellen körperlichen Einschränkungen, die durch den Eingriff entstehen könnten.

Oft wird ein künstlicher Darmausgang angelegt (Stoma), damit die beiden Darmenden bzw. die Wundflächen am Darm besser verheilen können. Später kann dann das Stoma wieder entfernt und der Darm miteinander verbunden werden.

Operation bei Mastdarmkrebs

Auch bei Mastdarmkrebs wird der betroffene Teil des Darms zusammen mit den umliegenden Lymphknoten entfernt. Dabei operiert der Chirurg, wenn möglich, mit einem gewissen Abstand zum Schließmuskel. Sollte zusätzlich zum befallenen Mastdarm auch eine Entfernung des Schließmuskelapparates notwendig sein, so können Patienten trotz eines meist dauerhaften künstlichen Darmausganges bei entsprechender Schulung eine gute Lebensqualität erreichen.

Reicht die Darmkrebs-Operation aus?

Je nach Größe des Tumors oder bei bereits befallenen Lymphknoten kann zusätzlich zur Operation eine Chemotherapie nötig sein. Diese erfolgt vor oder nach der Operation.

 

Neoadjuvante Chemotherapie:

    Vor der Operation, um den Tumor zu verkleinern und anschließend besser operativ entfernen zu können.

Adjuvante Chemotherapie:

    Nach einer Operation, um mögliche restliche Tumorzellen abzutöten und die Wahrscheinlichkeit für einen Rückfall zu minimieren oder die Zeit bis zu einem möglichen Rückfall hinauszuzögern.

Palliative Chemotherapie:

    Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung, wenn der Tumor nicht völlig entfernt werden kann oder, wenn die Erkrankung im Körper durch Metastasenbildung zu weit fortgeschritten ist, dass kein Behandlungsvorteil mehr durch eine Operation besteht. Sie soll verhindern, dass sich der Tumor vergrößert, und soll mögliche Schmerzen verringern.

Stoma: Künstlicher Darmausgang

Bei einem Stoma – auch „anus praeter“ oder „Enterostoma“ genannt – schafft der Chirurg in der Bauchdecke eine Öffnung, um einen Teil des Darms nach außen und damit außerhalb der Bauchdecke zu verlegen. Das Darmende wird mit der Bauchdecke verbunden und an der Öffnung wird ein Plastikbeutel befestigt, der die Verdauungsreste aufnimmt. Der Beutel muss regelmäßig gepflegt und gewechselt werden. Man unterscheidet zwischen einer zeitlich befristeten (temporären) und einer dauerhaften (permanenten) Stoma-Anlage. Ein zeitlich befristetes Stoma wird angelegt, wenn der Darm zur besseren Heilung vorübergehend entlastet werden muss. Es wird meistens innerhalb von 6 bis 12 Wochen nach einer Operation und je nach Wundheilungssituation zurückverlegt und die Darmentleerung kann wieder auf natürlichem Wege erfolgen.

Heutzutage kann mit einem Stoma ein nahezu vollständig normales Leben geführt werden. Auch gibt es keine spezielle Stoma-Diät. Jedoch gibt es Ernährungsempfehlungen, die Darmkrebspatienten mit einem künstlichen Darmausgang beachten können. Tipps für die Ernährung mit einem künstlichen Darmausgang erhalten Patienten hier.

  Kurz & Knapp

In den meisten Fällen von Darmkrebs ist eine Operation nötig. Kann der Tumor dabei vollständig entfernt werden und ist das Tumorleiden noch nicht zu weit fortgeschritten, so sind die Chancen auf eine Heilung sehr hoch. Um eine Operation zu ermöglichen oder das Rückfallrisiko zu senken, kann zusätzlich zur Operation bei Dickdarmkrebs eine Chemotherapie und bei Mastdarmkrebs eine Chemo- und Strahlentherapie nötig sein. Bei regelmäßiger Pflege und guter Wundsituation ist ein künstlicher Darmausgang sehr gut mit dem bisherigen Lebensalltag vereinbar.