Komplementärmedizin

Viele Patienten mit Darmkrebs setzen sich auch mit den Möglichkeiten der Komplementärmedizin auseinander. Auch wenn es an wissenschaftlichen Nachweisen mangelt, kann die Komplementärmedizin in vielen Fällen eine sinnvolle Ergänzung zur klassischen Schulmedizin bieten.

Im Laufe ihrer Darmkrebserkrankung entwickeln viele Patienten das Bedürfnis, aus eigenen Überlegungen und Aktivitäten ihren Krankheitsprozess günstiger beeinflussen zu können. Einerseits ist der bestehende Therapieplan beim behandelnden Arzt eine relevante Stütze für die Patienten, andererseits möchten Patienten nicht nur auf die Schulmedizin alleine ,vertrauen‘ und suchen Hilfestellung bei der Komplementärmedizin.

Möglichkeiten der Komplementärmedizin

Die Komplementärmedizin versteht sich als Ergänzung zur Schulmedizin. Das heißt, die Therapieansätze werden immer zusätzlich zur herkömmlichen Therapie eingesetzt. Studien lassen vermuten, dass die Komplementärmedizin die Nebenwirkungen der Standardtherapien abschwächen kann. Sie soll so zu einem besseren Gesamtbefinden der Krebspatienten führen. Eindeutige wissenschaftliche Belege dazu fehlen allerdings. Zur Komplementärmedizin zählen zum Beispiel Präparate zur Stärkung des Immunsystem und zur Nahrungsergänzung oder auch die Akupunktur.

Im Gegensatz zur Komplementärmedizin verstehen sich die sogenannten „alternativen Heilmethoden“ nicht als Ergänzung, sondern als Ersatz für die schulmedizinischen Methoden. In diesem Bereich versuchen Therapeuten und Hersteller von Produkten, ihre eigenen Behandlungsansätze losgelöst von der Schulmedizin zu propagieren. Die medizinischen Daten, auf der die Behandlungsentscheidungen in diesem Bereich fußen, sind jedoch aus schulmedizinischer Sicht nicht vorhanden bzw. zeigen keine Wirksamkeit der eingesetzten Methoden Eine genaue Abgrenzung von Komplementär- und Alternativmedizin ist oft schwierig. Patienten, die sich für ergänzende Präparate oder Therapien interessieren, sollten diese unbedingt mit ihrem behandelnden Arzt besprechen. Denn unter Umständen kann es zu Nebenwirkungen oder schweren Wechselwirkungen kommen.

Das eigene Wohlbefinden steigern

Grundsätzlich haben Darmkrebspatienten viele Möglichkeiten, ihr eigenes Wohlbefinden zu steigern: Mit einer gesunden Ernährung können sie ihren Körper unterstützen, insgesamt widerstandsfähiger zu bleiben und damit auch eine Krebsbehandlung besser vertragen zu können. Einigen Patienten hilft es, sich mit Freunden zu treffen oder Bewegung in den Alltag einzubauen. Wissenschaftliche Studien haben nachgewiesen, dass moderater Sport den Verlauf einer Krebserkrankung positiv beeinflussen kann. Zusätzlich kann schon leichte körperliche Aktivität dazu beitragen, sich besser zu fühlen und Selbstvertrauen aufzubauen. Zuletzt liefern körperliche Aktivitäten eine Rückmeldung über den Zustand des eigenen Körpers.

  Kurz & Knapp

Die Komplementärmedizin kann in vielen Fällen die Nebenwirkungen der Standardtherapie mildern und zum Wohlbefinden der Patienten beitragen. Zu unterscheiden ist die Komplementärmedizin auch von den alternativen Heilmethoden, die sich nicht als Ergänzung sondern als Alternative zu einer schulmedizinischen Therapie sehen. Es ist daher ratsam ratsam, die Anwendung der Komplementärmedizin mit dem behandelnden Arzt zu besprechen.