Chemotherapie

Eine Chemotherapie ist eine medikamentöse Behandlung mit sogenannten Zytostatika. Diese Zellgifte wirken auf die Zellen im Körper, die sich besonders schnell teilen. Deshalb werden vor allem Tumorzellen zerstört. Im Gegensatz zur Bestrahlung und Operation wirkt die Chemotherapie im gesamten Körper und wird auch als „systemische Therapie“ bezeichnet.

Eine Chemotherapie kann je nach Tumorstadium und Lage des Tumors zusätzlich zu einer Operation bei Darmkrebs notwendig sein. Vor der Operation (neoadjuvant) dient sie dazu, den Tumor zu verkleinern und anschließend leichter entfernen zu können. Nach einer Operation (adjuvant) sollen mit Hilfe der Chemotherapie mögliche verbliebene Tumorzellen entfernt werden, um das Rückfallrisiko zu senken. Auch wenn sich bereits Tumorzellen über die Lymph- und Blutbahnen im Körper verteilt und Metastasen gebildet haben, kann eine Chemotherapie durchgeführt werden.

Wie läuft eine Chemotherapie ab?

Es gibt verschiedene Zytostatika, mit denen Darmkrebs chemotherapeutisch behandelt werden kann. Die Ärzte setzen die Zytostatika allein ein oder kombinieren verschiedene Zytostatika miteinander, um eine bessere Wirksamkeit zu erzielen.

Was sind Zytostatika

Zytostatika (griechisch „cytos“ = Zelle, „statikos“ = zum Stehen bringen) sind Medikamente, die vor allem sich schnell teilende Zellen wie Tumorzellen abtöten.
Die Zytostatika werden in Zyklen verabreicht, also in bestimmten Zeitabständen. Ein Zyklus besteht aus den Chemotherapie-Tagen und den behandlungsfreien Abschnitten. Die Länge und Anzahl der Zyklen hängen von der Wahl der Zytostatika und dem Wachstumsverhalten des Tumors ab. Die Chemotherapie nimmt der Patient entweder als Tabletten ein oder er bekommt eine Infusion über die Vene.

Chemotherapie durch eine Infusion

Einige Zytostatika werden Patienten als Infusion über zwei bis vier Stunden oder durch eine Dauerinfusion über 48 Stunden verabreicht. Dies geschieht im Krankenhaus oder in einer onkologischen Praxis. In manchen Fällen ist es in diesem Zusammenhang sinnvoll, einen sogenannten Port unter die Haut zu legen.

Was ist ein Port?

Unter einem Port versteht man einen kleinen Katheter, der durch eine kurze Operation in eine Vene eingesetzt wird. Über diesen können die Chemotherapieinfusionen für den geplanten Zeitraum der Behandlung verabreicht werden, sodass das Anstechen anderer Venen für die Infusionen reduziert werden kann.

Chemotherapie in Form von Tabletten

Andere Zytostatika können Patienten als Tablette zu Hause einnehmen. Das Zytostatikum in der Tablette wird erst durch mehrere Schritte im Körper aktiviert. Die Verabreichung in Tablettenform kann je nach Substanz und der Art und Weise, wie das Medikament im Körper verstoffwechselt wird, mit einer besseren Verträglichkeit einhergehen.

Chemotherapie: Mögliche Nebenwirkungen

Das Auftreten von Nebenwirkungen bei einer Chemotherapie ist darin begründet, dass die eingenommenen Zytostatika nicht nur die bösartigen Krebszellen, sondern auch gesunde Körperzellen angreifen. Die Nebenwirkungen machen sich vor allem bei den Zellen bemerkbar, die sich häufig erneuern: die Zellen der Schleimhäute, des blutbildenden Systems und der Haarwurzeln.

Die Art und Ausprägung der Nebenwirkungen hängen vom Medikament, aber auch von vielen individuellen Faktoren ab. Meist lassen sich die Nebenwirkungen während einer Chemotherapie aber nicht ganz verhindern. Eine gute Begleitmedikation kann das Auftreten der Nebenwirkungen allerdings verhindern oder verringern.

  Kurz & Knapp

Bei einer Chemotherapie werden Krebszellen mit Hilfe von Zytostatika zerstört. Da diese Medikamente auch gesunde Zellen angreifen, kann es zu Nebenwirkungen kommen, die aber mit einer geeigneten Begleitmedikation behandelt oder abgemildert werden können. Eine Chemotherapie kann vor einer Operation erfolgen, um den Tumor zu verkleinern. Nach einer Operation dient sie dazu, mögliche verbliebene Tumorzellen oder Metastasen zu entfernen.