Nach der Therapie
Viele Patienten mit Darmkrebs fühlen sich nach der Therapie nicht sofort wieder leistungsfähig. Häufig berichten Betroffene nach der Therapie nicht nur von einem Gefühl der körperlichen Schwäche, sondern auch von einer seelischen Belastung. Die eigentliche Therapie ist zwar überstanden, die Erkrankung jedoch damit noch nicht abgeschlossen.
Film: Leben mit Darmkrebs - Episode 8
Die Therapie ist überstanden - und jetzt?
Nach der Therapie müssen sich die meisten Darmkrebs-Patienten damit auseinandersetzen, dass sie nicht einfach dort wieder einsteigen können, wo sie vor der Erkrankung aufgehört haben. Der zwischenzeitlich festgefügte Tagesablauf mit den vielen Behandlungsterminen und die damit verbundene Routine löst sich nach der Therapie langsam auf. Der Betroffene ist in der Organisation seines Alltags wieder mehr auf sich allein gestellt. Dies bringt viele Patienten nach der Therapie in ein seelisches Ungleichgewicht, weil der Darmkrebs für lange Zeit die Struktur des Alltags bestimmt hat. Bis zu diesem Zeitpunkt stand für viele vor allem ‚das Überleben’ im Mittelpunkt. Hinzu kommt, dass Veränderungen im Körper und die Angst vor einem möglichen Rückfall die Wiederaufnahme der gewohnten Tätigkeiten erschweren können.
Das alte Leben wieder aufnehmen
Nach Abschluss der Therapie erhalten Betroffene von ihrem Arzt meist den Rat, „ganz normal weiterzuleben“. Das ist nicht immer einfach, denn das Erlebte verändert häufig die Sichtweisen des Menschen auf das Leben. Häufig können Patienten lange Zeit nicht realisieren, dass der Krebs nun überwunden ist, der sie so lange begleitet und den Alltag bestimmt hat. Eine Krebserkrankung bietet aber auch eine Chance, etwas zu verändern, die eigenen Bedürfnisse zu hinterfragen und ihnen wieder mehr Raum zu geben. Denn die Krankheit bietet immer auch eine Möglichkeit, eingefahrene Strukturen zu durchbrechen. „Das alte Leben wieder aufnehmen“ bedeutet für einen Krebspatienten nicht, so zu tun, als hätte sich nichts verändert. Die Krankheit Darmkrebs als Teil des eigenen Lebens zu akzeptieren, hilft dabei, mit der neuen Situation zurecht zu kommen und dadurch den Ängsten weniger Raum zu geben.
Eine onkologische Rehabilitation ist in dieser Zeit für viele Patienten sinnvoll, da sie nicht nur bei der körperlichen Kräftigung helfen kann, sondern auch um im Gespräch mit anderen Betroffenen neue Sichtweisen auf die eigene Situation zu bekommen.