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Komplementärmedizin

Im Laufe einer Darmkrebserkrankung fühlen sich viele Patienten der Medizin und auch der Erkrankung selbst ausgeliefert. Hinzu kommt der Gedanke, ob man wirklich alles im Kampf gegen den Darmkrebs getan hat. Daher suchen Patienten in den häufig nach Möglichkeiten, wie sie ergänzend zur „Schulmedizin“ positiv auf ihren Körper einwirken können. Im Mittelpunkt steht der Wunsch, selbst aktiv zu werden.

Kameraicon Film: Gegen den Krebs mit Naturmedizin, Ayurveda, Akupunktur?

Ergänzende Maßnahmen bei Darmkrebs

Das eigene Wohlbefinden steigern

Grundsätzlich gibt es viele Möglichkeiten, das eigene Wohlbefinden und den Therapieverlauf positiv zu beeinflussen. Einigen Patienten hilft es, sich mit Freunden zu treffen oder Bewegung in ihren Alltag zu integrieren. Inzwischen konnte auch wissenschaftlich nachgewiesen werden, dass Bewegung und Sport den Verlauf einer Krebserkrankung verbessern können. Schon eine leichte sportliche Aktivität trägt dazu bei, sich besser zu fühlen und Selbstvertrauen aufzubauen. Auch die Ernährung lässt sich schon mit kleinen Änderungen gesünder, aber auch den aktuellen Bedürfnissen angepasst gestalten. Jeder Patient entwickelt meist eine ganz eigene Strategie, mit der schwierigen Situation umzugehen. Ein hundertprozentig richtig oder falsch kann es da nicht geben.

Möglichkeiten der alternativen Medizin

Einige Patienten befassen sich auch mit den Möglichkeiten der Alternativ- oder Komplementärmedizin. Eine genaue Definition dieser Behandlungsmethoden, die sich als Alternative oder Ergänzung zur „Schulmedizin“ verstehen, ist allerdings schwierig. „Alternativmedizin“ und „Komplementärmedizin“ sind Begriffe, unter denen unterschiedlichste Bereiche zusammengefasst werden, und auch das jeweilige Einsatzgebiet und die gewünschte Wirkung unterscheiden sich stark voneinander. Es gibt Präparate zur Stärkung des Immunsystems, zur Nahrungsergänzung, bestimmte (Krebs-) Diäten, Behandlungsformen im Sinne der Homöopathie, Anthroposophie und Phytotherapie, Einflüsse aus der chinesischen Medizin und vieles mehr.

Vielen dieser Verfahren mangelt es jedoch an wissenschaftlichen Nachweisen für ihre Wirksamkeit und ihre Neben- und Wechselwirkungen. Darüber hinaus gibt es in diesem Bereich viele Therapeuten und Hersteller, die die Angst und Unsicherheit der Patienten ausnutzen und quasi eine „Wunderheilung“ versprechen. Gerade bei Methoden oder Präparaten, die im Internet beworben werden, sollten Betroffene kritisch sein. Denn hier ebnet die unterschiedliche Gesetzgebung verschiedener Länder teilweise illegalen Produkten den Weg zum Patienten. Grundsätzlich aufmerksam werden sollten Sie, wenn Ihnen geraten wird, Ihre bisherige Behandlung abzubrechen oder eine Vorauskasse bzw. ein extrem hohes Honorar verlangt wird.

Informieren Sie Ihren Arzt…

In vielen Fällen kann die „alternativen Medizin“ eine gute Ergänzung (jedoch keinen Ersatz!) zur klassischen Schulmedizin bieten, denn Mistel, Enzyme, Spurenelemente und Vitamine können die Nebenwirkungen von Strahlen- oder Chemotherapie mildern bzw. das Allgemeinbefinden verbessern. Aber nicht jede Methode ist bei jeder Krebsart förderlich. Bei Interesse an ergänzenden Präparaten oder Therapien ist es immer ratsam, sich umfassend zu informieren und mit dem behandelnden Arzt zu sprechen. Für Ihren Arzt ist es in jedem Fall wichtig zu wissen, welche Präparate Sie zusätzlich zur „normalen Therapie“ einnehmen, da es unter Umständen zu Nebenwirkungen oder schweren Wechselwirkungen kommen kann. Die Kostenübernahme für eine alternative Behandlung ist durch die Krankenkasse nicht immer gewährleistet, in manchen Fällen lohnt es sich jedoch, vor Behandlungsbeginn nachzufragen. Unabhängige Institute, die Sie über Alternativ- oder Komplementärmedizinumfassend informieren können, finden Sie in den hilfreichen Adressen.