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Risikofaktoren von Darmkrebs

Wissenschaftler haben die Ursache für Darmkrebs noch nicht herausgefunden. Sie kennen aber einige Faktoren, die das Risiko erhöhen können. Zum Beispiel kann Ihr Lebensstil das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, beeinflussen.

Zu möglichen Risikofaktoren zählen:

  • das Alter: Ab 50 Jahren steigt das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Anders ist das bei Menschen, die familiär vorbelastet sind. Bei ihnen kann der Krebs schon in jungen Jahren ausbrechen.
  • chronische Erkrankungen des Darms: Patienten mit einer speziellen Form von Darmpolypen oder einer chronischen Entzündung der Dickdarmschleimhaut (Morbus Crohn und Colitis ulcerosa) tragen ein erhöhtes Risiko, an dieser Krebsart zu erkranken. 
  • frühere Krebserkrankungen: Menschen, die schon früher zum Beispiel an Gebärmutterschleimhaut- oder Eierstockkrebs erkrankt sind, zählen Mediziner ebenfalls zu den Risikogruppen.
  • ein ungesunder Lebensstil: Wer Übergewicht hat, sich ungesund ernährt und raucht, erhöht sein Risiko, Darmkrebs zu bekommen.

Es ist wichtig, das eigene Risiko zu kennen und zu Vorsorgeuntersuchungen zu gehen. So können Sie Ihr Darmkrebsrisiko verringern.

Familiäres Risiko

Etwa 30 Prozent aller Darmkrebs-Patienten sind familiär vorbelastet: Mediziner unterscheiden zwischen erblichem Darmkrebs und der familiären Häufung von Darmkrebs. Bei diesen beiden Formen kann der Krebs in jungen Jahren ausbrechen.

Erblicher Darmkrebs

Etwa fünf Prozent der Darmkrebs-Patienten sind erblich vorbelastet. Das bedeutet, dass in ihrer Familie eine Generation veränderte Gene an die nächste Generation vererbt hat.

Sogenannte molekulargenetische Tests können zeigen, ob in Ihrer Familie eine vererbte Anlage für Darmkrebs existiert. Im Labor untersuchen Experten eine Blutprobe und schätzen ein, wie hoch das Risiko ungefähr liegt, dass Sie an Darmkrebs erkranken. In Deutschland gibt es mehrere Zentren, die sich auf die Diagnose und Früherkennung von erblichem Darmkrebs spezialisiert haben.

Mehr Informationen bekommen Sie beim Verbundprojekt „Familiärer Darmkrebs“.

HNPCC (Lynch-Syndrom)

Etwa vier Prozent aller Darmkrebsfälle führen Ärzte auf ein Lynch-Syndrom (HNPCC) zurück. Dabei handelt es sich um einen vererbten Gendefekt, der alle Körperzellen betrifft – nicht nur die Zellen des Darms. Deshalb haben Patienten mit HNPCC (hereditäres nicht-polypöses kolorektales Karzinom) nicht nur ein erhöhtes Darmkrebs-Risiko. Mediziner sehen auch ein Risiko, an anderen Krebsarten zu erkranken.

Der Arzt rät Patienten mit dem Gendefekt HNPCC, ab einem Alter von 25 Jahren jedes Jahr eine Darmspiegelung machen zu lassen. Nach Angaben der Deutschen Krebshilfe sind weitere Vorsorgeuntersuchungen empfehlenswert: Frauen sollten sich einmal im Jahr auf Eierstock- und Gebärmutterschleimhautkrebs untersuchen lassen. Frauen und Männer mit dem Lynch-Syndrom sollten ab 35 Jahren nicht nur jährlich den Darm, sondern auch den Magen spiegeln lassen.

Familiäre adenomatöse Polypose (FAP)

Eine seltene erbliche Erkrankung ist die FAP – die familiäre adenomatöse Polypose. Etwa ein Prozent aller Darmkrebs-Patienten sind davon betroffen. Bei dieser Krankheit wachsen im jugendlichen Alter hunderte bis tausende Polypen im Dickdarm. Polypen sind gutartige Wucherungen der Darmschleimhaut, die sich jedoch in bösartige Polypen entwickeln können. Deshalb ist die Darmkrebs-Vorsorge für FAP-Patienten so intensiv und beginnt schon im Alter von zehn Jahren. Nach Angaben der Deutschen Krebshilfe werden bereits junge Patienten operiert, um das Darmkrebs-Risiko zu minimieren. Dabei entfernt der Arzt den Dickdarm und einen Teil des Enddarms. Der Zeitpunkt für die Operation hängt vom Befund der Darmspiegelung ab.

Familiäre Häufung

Bei etwa 20 Prozent der Darmkrebs-Patienten stellen Ärzte eine familiäre Häufung von Darmkrebs oder Darmpolypen fest. Das bedeutet, dass in der Familie ein Mitglied oder mehrere an Darmkrebs erkrankt sind oder schon früh Darmpolypen entwickelt haben. Einen genetischen Zusammenhang haben Forscher aber noch nicht entdeckt. Mitglieder solcher Familien haben ein erhöhtes Risiko, Darmkrebs zu bekommen, vor allem dann, wenn ein Verwandter ersten Grades – Vater oder Mutter – daran leidet. Das Risiko steigt zusätzlich, wenn Verwandte an Darmkrebs erkranken, die noch keine 60 Jahre alt sind.

Wenn Ärzte in Ihrer Familie häufiger Darmkrebs diagnostiziert haben, sollten Sie und Ihre Familienmitglieder auf diesen Rat hören: Lassen Sie die erste Vorsorge-Darmspiegelung in einem Alter machen, das zehn Jahre vor dem Ihres Angehörigen liegt, der an Darmkrebs erkrankt ist. Zwei Beispiele dazu:

  • Ist Ihre Mutter bereits mit 45 Jahren an Darmkrebs erkrankt, sollten Sie und Ihre Geschwister mit 35 Jahren zur ersten Darmspiegelung gehen.
  • War Ihr Angehöriger zum Zeitpunkt der Diagnose älter als 50 Jahre, lassen Sie schon mit 40 Jahren, spätestens mit 45 Jahren, eine erste Vorsorge-Darmspiegelung machen.

Ärzte empfehlen, die Darmspiegelung mindestens alle zehn Jahre zu wiederholen.

Gut zu wissen: Die Kosten für eine Vorsorge-Darmspiegelung bei familiärem und erblichem Darmkrebsrisiko übernehmen die Krankenkassen.

Senken Sie Ihr Darmkrebsrisiko

Sie können das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, senken, indem Sie

  • sich ausgewogen und ballaststoffreich ernähren und viel Obst und Gemüse essen
  • wenig rotes Fleisch (zum Beispiel Rind und Lamm) essen
  • wenig Alkohol trinken und auf das Rauchen verzichten
  • Übergewicht vermeiden
  • sich regelmäßig bewegen. Sportwissenschaftler empfehlen eineinhalb bis zwei Stunden pro Woche, am besten verteilt auf drei Einheiten.
Diagnose Darmkrebs

Diagnose Darmkrebs

Um Darmkrebs zu diagnostizieren, verlassen sich Ärzte nicht allein auf bildgebende Verfahren, sondern machen zusätzlich eine Darmspiegelung. Sie gilt als zuverlässigste Diagnosemethode bei Darmkrebs.

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Tumorstadien

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Die Wahl der Therapie hängt davon ab, wie sehr der Tumor im Darm gewachsen ist. Ärzte ordnen ihn einem bestimmten Stadium zu und entscheiden danach mit dem Patienten, welche Therapie sich für ihn eignet.

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Adressen & Links

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Hier finden Sie nützliche Adressen und Telefonnummern, zum Beispiel von der Verbraucherzentrale oder der Krebshilfe. Die Ansprechpartner können Ihnen unabhängige Informationen geben und bei Fragen weiterhelfen.

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