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Psychoonkologie - „Wohin mit Angst, Kummer, Wut & Verzweiflung?“

An Darmkrebs erkrankt nicht nur Ihr Körper. Auch Ihre seelische Verfassung kann aus dem Gleichgewicht geraten. Oft hilft es, sich professionelle Unterstützung zu holen.

Psychoonkologische Angebote können Ihnen dabei helfen, die körperliche und seelische Belastung besser zu verkraften. Der 17-minütige Filmbeitrag „Wohin mit Angst, Kummer, Wut & Verzweiflung?“ erklärt Ihnen, wie eine solche Therapie aussehen kann.

Desweiteren finden Sie auf dieser Seite ein Interview mit der Psychoonkologin Frau Dr. Andrea Petermann-Meyer, in dem sie mehr über Psychoonkologie und die Bedeutung der Unterstützung erzählt.

Zudem haben wir Ihnen eine Liste mit wichtigen Fragen zum Thema Psychoonkologie zusammengestellt, die Sie bei Ihrem nächsten Termin mit Ihrem Arzt besprechen können.

Checkliste: Psychoonkologische Beratung:
Folgende Fragen sollen Ihnen helfen, das Thema gut mit Ihrem Arzt besprechen zu können.

Interview zum Thema Psychoonkologie mit Dr. Andrea Petermann-Meyer

Im Zuge einer Darmkrebserkrankung haben Patienten die Möglichkeit, eine psychoonkologische Beratung in Anspruch zu nehmen. Was man genau darunter versteht, dazu haben wir mit der Psychoonkologin Dr. Andrea Petermann-Meyer gesprochen.

Was versteht man unter Psychoonkologie bzw. einem Psychoonkologen?

Dr. Petermann-Meyer: Unter Psychoonkologie versteht man die psychische Hilfestellung bei der Verarbeitung einer Krebserkrankung. Psychoonkologen beschäftigen sich mit den Zusammenhängen zwischen der Krebserkrankung und dem seelischen Befinden. Sie suchen gemeinsam mit dem Patienten Wege zur Krankheitsbewältigung.

Wer darf psychoonkologische Beratung anbieten?

Dr. Petermann-Meyer: Grundsätzlich ist der Begriff Psychoonkologie / Psychoonkologe nicht geschützt, d. h., im Prinzip kann jeder eine solche Art der Beratung anbieten. So gibt es z. B. viele Heilpraktiker, die inzwischen psychoonkologische Beratungen anbieten.

Allerdings bin ich der Meinung, dass eine fundierte medizinische oder psychotherapeutische Ausbildung in diesem Zusammenhang sehr sinnvoll sind, um auf die Belange des Patienten eingehen zu können.

Wie kann ich mir den Ablauf einer psychoonkologischen Beratung vorstellen?

Dr. Petermann-Meyer: In einem Erstgespräch haben beide Seiten die Möglichkeit, sich kennenzulernen und zu überlegen, ob sie miteinander arbeiten möchten. Häufig rate ich Patienten, sich in dieser Phase Zeit zu nehmen und zu überlegen: „Fühle ich mich hier gut aufgehoben?“ Ist dies nicht der Fall, können sie eventuell einen weiteren Psychoonkologen aufsuchen. Im Mittelpunkt steht, ob der Patient mit seinen Fragen an der richtigen Stelle ist. Denn es kann vorkommen, dass ein anderes Problem gerade viel schwerwiegender oder belastender ist als die Krebserkrankung selbst. Wenn sich Patient und Psychoonkologe einig sind, dann können sie gemeinsam einen Antrag bei der Krankenkasse auf 25 Therapiestunden stellen. Diese werden in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Gibt es eine Phase, in der eine psychoonkologische Beratung besonders wichtig ist?

Dr. Petermann-Meyer: Rückblickend sagen Patienten häufig, dass sie sich besonders in der Zeit nach der Diagnose eine psychoonkologische Beratung gewünscht hätten. In der Realität ist es häufig so, dass nur einige Betroffene direkt nach der Diagnose zu uns in die Praxis kommen.

Viele Patienten suchen sich Unterstützung, wenn sie merken, dass Sorge und Belastung immer stärker werden. Teilweise wird die Beratung auch erst nach Abschluss der Therapie in Anspruch genommen, wenn für das Umfeld schon eigentlich keine Probleme mehr ersichtlich sind. Anstöße für eine psychoonkologische Beratung können aber auch sein, wenn Metastasen auftreten oder wenn keine aktive Therapie mehr möglich ist.

 

Welche Themen werden gerade von Darmkrebspatienten im Zuge der Beratung besprochen?

Dr. Petermann-Meyer: Grundsätzlich geht es in der Beratung bei vielen Krebspatienten um die Bewältigung der Angst vor dem Wiederauftreten der Erkrankung, vor Leid, Tod und Sterben. Für Darmkrebspatienten stehen aber häufig auch noch andere Probleme im Vordergrund: Einmal geht es um das Thema „Stuhlgang“. Dazu gehört z. B., dass nach der Operation der Darm vorübergehend nicht mehr richtig funktioniert, oder der Umgang mit einem künstlichen Darmausgang. Auch das Thema Sexualität spielt für viele Patienten eine große Rolle. Beides sind Dinge, die man sehr ungern mit anderen bespricht. Die weiterführenden Themen können sehr unterschiedlich sein, bei manchen geht es um die Partnerschaft, bei anderen eher um die kleinen Kinder. Da die Themen also insgesamt sehr individuell sind, haben wir auch kein strukturiertes Behandlungsprogramm, was „abgearbeitet“ werden müsste. Wir richten uns immer individuell nach dem, was der Patient oder die Patientin an Belastungen mitbringt.

Psychoonkologen finden

Qualifizierte Psychoonkologen finden Sie zum Beispiel über den Berufsverband „Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Psychoonkologie“ oder über den „Krebsinformationsdienst“. Auch Ihr Arzt kann Ihnen eventuell einen geeigneten Psychoonkologen in Ihrer Nähe empfehlen.





Wichtige Fragen zu Psychoonkologie

Bevor Sie sich in eine psychoonkologische Behandlung begeben, sollten Sie die folgenden Fragen mit ihrem behandelnden Arzt klären. Auch eine Krebsberatungsstelle oder ein sozialer Dienst kann Ihnen Auskunft geben.

Checkliste: Psychoonkologische Beratung:
Folgende Fragen sollen Ihnen helfen, das Thema gut mit Ihrem Arzt besprechen zu können.
  • Was ist ein Psychoonkologe?
  • Eignet sich eine psychoonkologische Beratung auch für mich?
  • Welche Arten der psychoonkologischen Beratung gibt es?
  • Wann sollte ich eine psychoonkologische Beratung in Anspruch nehmen?
  • Ist der Besuch eines Psychoonkologen auch für Angehörige sinnvoll?
  • Wo und wie finde ich einen geeigneten Psychoonkologen?
  • Können Sie mir einen Psychoonkologen oder eine solche Institution empfehlen?
  • Wer darf psychoonkologische Beratungen anbieten?
  • Was passiert in einer psychoonkologischen Beratung? (Wie ist der genaue Ablauf? Wie viele Termine hat man? Wie lange dauert ein Termin?)
  • Wird eine psychoonkologische Beratung von der Krankenkasse bezahlt?
  • Wo finde ich weitere Informationen?
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Wenn ein nahestehender Mensch die Diagnose Darmkrebs erhalten hat, stehen auch die Angehörigen vor einer Herausforderung. Ein Psychoonkologe kann ihnen Kraft geben, mit der veränderten Situation klar zu kommen.

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Nach der intensiven medizinischen Therapie von Darmkrebs folgt für den Patienten der nächste Schritt: die Nachsorge. Diese besteht aus regelmäßigen Untersuchungen und Gesprächen mit dem Arzt.

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