Roche

Norbert B. Komplikationen

Im Laufe meiner Krebsbehandlung hatte ich immer wieder mit Komplikationen zu tun. Die erste ergab sich noch im Krankenhaus.


Bei mir wurde eine Teilthrombose der Leberpfortader diagnostiziert, in deren Folge ich eine Zeit lang das blutgerinnungshemmende Mittel Marcumar nehmen musste. Als ich dann mit meiner Chemo begann, wurde das Zusammenspiel von Marcumar und der Chemo unterschätzt. Meine Gerinnung ging gegen Null, wodurch ich fast unaufhörliches Nasenbluten hatte und selbst mein Urin stark blutgefärbt war. Es dauerte eine Weile, bis die Dramatik der Situation erkannt wurde. Im Nachhinein mag es vielleicht etwas grotesk anmuten, aber meine Angst vor dem Thrombus und damit vor dem Absetzen des Marcumars war damals größer als die Sorge um die Blutungen. Schließlich musste ich aber doch wieder ins Krankenhaus, wo ich mit Blutkonserven behandelt und das Marcumar vorübergehend eingestellt wurde. Glücklicherweise konnte ich die Einnahme dieses unliebsamen Medikaments bald endgültig beenden, die Thrombose hatte sich zurück gebildet.

Meine zweite und dritte Komplikation tauchten kurz nach dem Ende der Chemotherapie auf. Zu meinen zeigte sich bei einer Kontroll-Koloskopie eine leicht entzündete Darmfistel im Bereich der OP-Nahtstelle, dass heißt dort, wo während meiner Operation die beiden losen Darmenden wieder zusammengenäht worden waren. Zum anderen waren meine Leberwerte viel zu hoch, weshalb ich zur weiteren Diagnostik noch einmal in die Klinik kam. Dort wurde eine Gallengangverengung festgestellt. Während der Gallengang mit einem gefäßstützenden Stent geweitet werden konnte, waren sich die Ärzte etwas uneinig darüber, wie mit der Darmfistel zu verfahren sei. Es wurde ein vorübergehendes Stoma in Betracht gezogen. Da allerdings meine schwer erkämpfte Reha gerade unmittelbar bevorstand, auf die ich nur sehr ungern verzichten wollte, entschied man sich für aufmerksames Beobachten und ließ mich in die Reha ziehen.

Über zweieinhalb Jahre Probleme mit Komplikationen

In den nächsten zwei Jahren beschäftigten mich diese beiden Komplikationen fortwährend. Kurz nach der Reha bekam ich etwa alle ein bis zwei Monate Fieberschübe, deren Ursache nicht recht klar war. Hingen sie mit dem verengten Gallengang zusammen oder mit der Darmfistel? Auf Verdacht eingenommene Antibiotika brachten nicht den gewünschten Effekt. Der Stent im Gallengang musste zudem regelmäßig ausgetauscht werden, was zwar ambulant über ein durch den Mund eingeführtes Endoskop geschehen konnte, aber trotzdem immer wieder eine Belastung bedeutete. Nach etwas einem halben Jahr wurde der Stent ohne Ersatz herausgenommen, da man meinte, der Gallengang habe sich nun ausreichend selbst stabilisiert. Zwei Monate später begab ich mich mit heftigem Fieber jedoch erneut in die Klinik, wo die Verengung wieder diagnostiziert wurde und die Stentbehandlungen von Neuem begannen. Außerdem schwebte weiterhin das Thema Stoma ständig über mir, weil immer noch nicht sicher war, wie sich die Darmfistel entwickeln würde.

Eigenes Krankheitsmanagement und Arztgespräche

Es fällt mir schwer zu beurteilen, was mir bei diesen Problemen am besten half. Am Anfang, als ich wegen der Blutungsproblematik wieder ins Krankenhaus musste, war es damals sicher auch die Unterstützung durch meine Freundin. Sie kam mich fast täglich besuchen und wir machten nachmittags teilweise sogar kleine Ausflüge zusammen. Außerdem war ich dieses Mal nicht in einem großen Uniklinikum gelandet, sondern in einem kleineren Krankenhaus auf dem Lande, wo ich den gesamten Betrieb menschlich als etwas angenehmer empfand. In der ersten Nacht saß ein Arzt während der Bluttransfusionen für circa zwei Stunden in meinem Zimmer auf der Intensivstation, und ich konnte mich gut mit ihm unterhalten. Später war es glaube ich hilfreich, dass ich mein Krankheitsmanagement, so weit es ging, in die eigenen Hände nahm. Ich sammelte alle Befunde bei mir zu Hause und war dadurch immer recht gut über den aktuellen Stand informiert. Termine für den regelmäßigen Stentwechsel machte ich kurzfristig und ohne meinen Hausarzt selber mit der Klinik ab, sobald wieder drei Monate rum waren. Eine weitere Behandlung mit Antibiotika auf Verdacht verweigerte ich, bat jedoch darum, eine Kultur meines Gallensekrets anzulegen. Dadurch konnte schließlich der Keim identifiziert werden, woraufhin ich nun ein gezieltes Antibiotikum bekam undendlich diese belastenden Fieberschübe aufhörten. Auch suchte ich das Gespräch mit dem zuständigen Klinikprofessor, um zu erfahren, was für Behandlungsoptionen ich hätte, falls mein Gallengang sich nicht irgendwann selbst stabilisierte. So war ich immer halbwegs im Bilde und ich fühlte mich nicht vollkommen ausgeliefert. Überdies versuchte ich mich konstitutionell durch komplementärmedizinische Maßnahmen und körperliche Bewegung zu stärken. Den Gallengang und die Fistel beziehe ich seit damals mit heilungsunterstützenden Visualisierungen in meine Meditationen mit ein. Glücklicherweise brauchte ich nach einem knappen Jahr keinen Stent mehr und die Darmfistel machte ebenfalls keine Probleme, obwohl sie sich bis heute weiterhin während der Kontrolluntersuchungen zeigt. Letztendlich habe ich diese Komplikationen außerdem stets, ohne es mir extra vornehmen zu müssen, in Relation zu meiner Krebserkrankung gesetzt. Sie waren belastend und teilweise äußerst unangenehm, aber ich empfand sie zumindest nie als lebensbedrohlich. Mein Tumor und die Metastasen waren entfernt worden und tauchten zum Glück nicht wieder auf. Die mit den OPs zusammenhängenden Probleme erlebte ich dem gegen über als kontrollierbarer.

Karin U. Komplikationen

Karin U. Komplikationen

Karin U. hatte während und nach ihrer Behandlung mehrere Darmverschlüsse. „Heute gelingt es mir, etwaige Anzeichen, die zu einem Verschluss führen könnten, zu interpretieren und mich entsprechend zu verhalten.“

Karin U. Komplikationen
Norbert B. Komplikationen

Norbert B. Komplikationen

Norbert B. kämpfte während seiner Therapie und danach immer wieder mit Komplikationen. Die vielen Besuche seiner Freundin, mit der er sogar kleine Ausflüge unternahm, halfen ihm während seiner Zeit im Krankenhaus.

Norbert B. Komplikationen
Chemotherapie

Chemotherapie

Eine Chemotherapie ist eine medikamentöse Behandlung, die die bösartigen Zellen zerstören und das Zellwachstum hemmen soll. Sie kommt je nach Stadium und Lage des Tumors zum Einsatz.

Chemotherapie
Lightbox Image
zum Seitenanfang

ABSTIMMUNG

-->