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Norbert B. Diagnose

Hier berichtet der Patient Norbert B, der im Jahr 2003 an Darmkrebs mit Lebermetastasen erkrankt ist, von seinen Erfahrungen. Nach erfolgreicher Operation mit anschließender Chemotherapie stand für ihn insbesondere die seelische Verarbeitung im Mittelpunkt.

Diagnose Darmkrebs (mit Lebermetastasen) Ende 2003


46 Jahre, Dipl.-Psychologe;
freiberuflich tätig als Gestalttherapeut und in der qualitativen Markt- u. Medienforschung
Hobbys: Lesen und alles, was sich um Polynesien dreht

In diesem Kurzfilm berichtet der Patient Norbert B, der im Jahr 2003 an Darmkrebs mit Lebermetastasen erkrankt ist, von seinen Erfahrungen. Nach erfolgreicher Operation mit anschließender Chemotherapie stand für ihn insbesondere die seelische Verarbeitung im Mittelpunkt. Seit fast sieben Jahren ist er jetzt tumorfrei, dennoch sagt er: „Die Krankheit hat mein Leben nachhaltig verändert.“

Norbert B. Diagnose Darmkrebs

Vor meiner Diagnose im November 2003 hatte ich bereits seit Längerem – ich glaube schon seit fast einem Jahr – immer wieder unerklärliche Fieberanfälle, die aber meist nach einem Tag wieder vorbei waren. Circa ein halbes Jahr vorher hatte ich das erste Mal Blut im Stuhl bemerkt, allerdings nur relativ selten. Es beunruhigte mich nicht wirklich, Krebs schloss ich an sich für mich aus. Ich hatte auch praktisch kein Wissen darüber. Deshalb dachte ich eher an eine harmlose Ursache wie Hämorrhoiden. Ansonsten fühlte ich mich ja auch fit. Mein Appetit war gut, ich nahm nicht ab und im heißen Sommer 2003 hatte ich noch über einen Monat lang meine neue Wohnung renoviert, mit anschließendem Einzug. Das hatte ich alles gut hinbekommen. Als dann aber die Fieberanfälle häufiger wurden und nun ungefähr alle vier Wochen auftraten, beschloss ich, das doch einmal medizinisch abklären zu lassen.

Ich dachte nicht an Krebs

Irgendetwas war nicht in Ordnung, das konnte und wollte ich nicht mehr verleugnen. Allerdings dachte ich dabei immer noch nicht an Krebs, zumindest nicht bewusst.

Etwas schwierig war es für mich zunächst, einen Arzt zu finden, da ich bis dahin nur ziemlich selten Ärzte aufgesucht hatte und mir keinen speziellen zum Hausarzt erkoren hatte. Vielleicht hätte ich mich sonst auch schon früher untersuchen lassen. Jedenfalls fand ich auf den Tipp einer Bekannten hin einen Internisten, dem ich meine Symptome schilderte. Ohne dass bei der Untersuchung der Begriff ‚Krebs‘ fiel, spürte ich mit einem Mal, dass ich wohl doch ernsthaft erkrankt sein könnte. Der Arzt tastete meine Leistengegend ab, ging mit dem Finger in den After, machte einen Ultraschall meines Oberbauchs und stellte weitere Fragen nach meiner Befindlichkeit. Außerdem nahm er mir Blut ab und fragte mich, ob ich es selbst ins Labor bringen könnte, da der regelmäßige Laborkurier an diesem Tag bereits durch war. Er wollte eine schnelle Abklärung.

Sehr gewissenhaft

Da ich in einer knappen Woche mit meiner Freundin in den Urlaub fliegen wollte, meinte er, es sei besser, jetzt alles schnell zu klären, um entscheiden zu können, ob ich den Urlaub antreten könnte oder besser nicht. Je nach Laborbefund wollte er mich noch am selben Tag anrufen, ob ich zur weiteren Diagnose am besten ins Krankenhaus gehen sollte. Und am Abend rief er mich tatsächlich an, um mir mitzuteilen, dass er für den nächsten Tag eine Einweisung ausgestellt hatte. Im Rückblick finde ich sein Vorgehen sehr gewissenhaft und ich bin froh, diesen Arzt gefunden zu haben. Am folgenden Morgen fand ich mich also im Krankenhaus ein. Die Situation wurde allmählich beklemmender.

Ich las etwas von Metastasen

Als man mich innerhalb des Hauses zum Ultraschall schickte, drückte man mir das Einweisungsfax des Arztes mit in die Hand, auf dem ich das erste Mal in diesem ganzen Prozess etwas von Metastasen las. Das Wort stand dort mit einem Fragezeichen versehen, sprich, es war als abzuklärender Verdacht aufgeführt. Damit hatte ich es jetzt schwarz auf weiß, dass es bei mir um Krebs ging. Im Prinzip war das aber nur ein weiterer logischer Schritt in dem ganzen Entwicklungsablauf, der fast 24 Stunden vorher bei dem Arzt begann. Genau genommen sogar schon mehrere Monate vorher, als ich mehr unbewusst als bewusst ganz langsam damit begonnen hatte, Fieber und Blut im Stuhl ernster zu nehmen. Die Dynamik war bloß mit einem Mal viel intensiver und die Sache bekam einen Namen, wurde also konkret, auch wenn immer noch keiner mit mir über den im Raum stehenden Krebsverdacht gesprochen hatte. Am selben Nachmittag noch sollte ich mit einer Darmreinigung beginnen, um für eine Koloskopie am folgenden Morgen vorbereitet zu sein. Die immer flüssiger werdenden Stuhlgänge während der Darmreinigung wurden zunehmend roter, bis ich am Ende nur noch reines Blutauszuscheiden schien. Mir wurde immer klarer, worauf es hinauslaufen würde: Nach der Koloskopie würde die Gewissheit vorhanden sein, dass ich einen Tumor im Darm habe. Und so kam es auch.

Kein Todesurteil

Im Dämmerzustand der Schlafnarkose hörte ich den Arzt vom großen Tumor reden, sah selbst das Bild eines sehr verengten Darms auf dem Bildschirm und bekam ebenfalls noch mit, dass das Endoskop gar nicht mehr durch diese Engstelle hindurch konnte. Als ich wieder ansprechbar war, holte mich ein Arzt in sein Sprechzimmer, teilte mir den Befund mit und meinte gleichzeitig, das müsste jetzt kein Todesurteil sein. Sie könnten außerdem nichts dazu sagen, ob die Lebermetastasen operierbar wären. Am besten ginge ich dafür in die Uniklinik. Sie hätten mir bereits einen Termin in drei Tagen vermittelt.

Der Zustand, in dem ich mich nun befand, war an sich kein Schock im herkömmlichen Sinne, so dass ich starr vor Angst war oder alles um mich herum zusammenbrach. Diese Diagnose hatte in einem Zeitraum von zwei bis drei Tagen Stück für Stück mehr und mehr Form angenommen, kam also nicht mit einem Paukenschlag von einer Minute auf die andere. Der Schock äußerte sich anders. Emotional war ich eher betäubt und fühlte nur wenig.

Im Kopf war ich ziemlich klar

Ich konnte regelrecht abgeklärt die nächsten Schritte in Gang setzen. Es ist schwer zu beschreiben, wie ich mich wirklich fühlte, auch schwer, dieses Empfinden wieder hervorzuholen. Einerseits war ich in eine Art Schutzschicht eingekapselt, gleichzeitig stand ich aber auch auf eine eigenartige Weise ein Stück neben mir. Mein Umfeld war, glaube ich, stärker erschüttert als ich selbst. Ich wusste, ich muss irgendwie tätig werden. An den Tod dachte ich kaum. Mir gingen eher Überlegungen durch den Kopf, was ich nun alles machen müsste. Wem will ich von der Erkrankung erzählen, wer kann mir helfen, wo bekomme ich mehr Informationen her und was ist, wenn die Lebermetastasen nicht operierbar sein würden? Ich versuchte, Dinge zu regeln und Sachen in Gang zu setzen, um einen Plan davon zu haben, wie die kommenden Wochen wohl ungefähr aussehen würden. Bei all dem war ich glücklicherweise nicht allein, auch wenn ich diese eigenartige Einkapselung empfand. Meine Freundin war bei mir und unterstützte mich. Wahrscheinlich hatte sie zu dieser Zeit viel mehr mit dem Gedanken an meinen möglichen Tod zu kämpfen als ich.

Hubert B. Diagnose

Hubert B. Diagnose

„Ohne an etwas Schlimmeres zu denken, ging ich sehr ‚gesundfühlend‘ zum Arzt“, erinnert sich der Patient Hubert B. an den Tag, an dem ihm sein Arzt die Diagnose Darmkrebs mitteilte.

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Michael B. Diagnose

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„Die Unsicherheit hatte mich zum Arzt getrieben“, sagt Michael B.. Bald darauf stand die Diagnose fest: Darmkrebs. Hier können Sie lesen, wie er mit dieser Nachricht umging.

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Wie entsteht Darmkrebs?

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Warum sich Darmkrebs entwickelt, ist unklar. Fest steht aber, dass er meist langsam entsteht. In etwa 95 Prozent der Fälle hat er sich aus anfangs gutartigen Wucherungen der Schleimhaut, sogenannten Polypen, gebildet.

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