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Claudia K. Weitere Therapien

So wurde mir zu einer „quasi adjuvanten“ Chemotherapie geraten. Da habe ich doch erstmal geschluckt.

Die Chemotherapie


Schon im Krankenhaus wurde mir gesagt, dass neben dem Darmtumor auch eine Metastase in der Leber entfernt wurde. Wie üblich wurden einige Lymphknoten entfernt und im Labor genauer untersucht. Leider waren hier auch einige wenige dabei, die nicht „ganz sauber“ waren.
So wurde mir zu einer „quasi adjuvanten“ Chemotherapie geraten. Da habe ich doch erstmal geschluckt. Ich hatte mir so schön gedacht: „Da gehst du ins Krankenhaus, lässt alles raus schneiden und gut ist es.“

Also wieder eine neue Entscheidung treffen. Und natürlich die Angst vor der Chemo. Man hat ja schon so einiges gehört …
Die Chemo muss in einem bestimmten Zeitfenster zur OP begonnen werden. Also viel Zeit zum Überlegen blieb mir eigentlich nicht. Da ja bereits eine Metastase in der Leber war, dachte ich mir, den Rest an Krebszellen holen wir uns jetzt mit der Chemo!!! Ich ging also mit meinem Partner zum Chefarzt der Onkologie, um mir den weiteren Ablauf erklären zu lassen.
Es waren zwölf Zyklen geplant, die sich über ein halbes Jahr verteilen sollten. Für die Infusionen musste ein Port gesetzt werden, da die Venen die aggressiven Medikamente bei einem immer wieder neu gelegten Zugang nicht so gut verkraften.

Ein Port musste gelegt werden


Also bekam ich einen Termin für die OP des Ports. Er wurde rechts unterm Schlüsselbein implantiert und man muss einiges beachten, damit er bleibt, wo er hin gehört. Bestimmte Bewegungen sollte man vermeiden. Das wurde mir jedoch alles vom Arzt erklärt. Die OP wurde unter örtlicher Betäubung durchgeführt, was ich heute, hätte ich die Wahl, nicht mehr machen würde. Da ich wohl sehr dünne Venen habe, hatten die Ärzte Probleme, den Port richtig zu positionieren. Das hab ich dann natürlich alles mitbekommen und mir wäre es lieber gewesen,wenn ich eine Vollnarkose bekommen hätte! Als es dann endlich vorbei war, durfte ich wieder nach Hause fahren. Ohne Schmerztabletten, weil der Arzt sagte: „Wenn Sie sich in den Finger schneiden, nehmen Sie ja auch nicht gleich Tabletten.“

Ich muss sagen: Es war nicht so, als hätte ich mir in den Finger geschnitten!! Es tat, als die Betäubung nachgelassen hatte, höllisch weh. Am nächsten Tag sind wir sogar ins Krankenhaus gefahren, weil wir nicht sicher waren, ob das so in Ordnung ist. In der Notaufnahme war man dann doch etwas erstaunt, dass ich keine Schmerzmittel bekommen hatte und nach ein paar Tagen waren die Schmerzen dann auch wieder weg. Für mich persönlich war die OP für den Port fast genauso schlimm wie die Darm-OP. Da darf ich gar nicht mehr dran denken.

Die Chemotherapie konnte beginnen


Die Klinik, in der mein Tumor weg operiert wurde, hat eine eigene Onkologie und daher habe ich die Chemotherapie natürlich auch dort durchführen lassen. Vor der ersten Sitzung war ich mit meinem Partner und meiner Schwester in einem Perückengeschäft und habe mich beraten lassen. Wir haben auch etwas Passendes gefunden. Die Dame war so nett und hat sie mir zurückgelegt, da ich nicht sicher war, ob ich sie überhaupt brauchte.

Dann ging es los. Meistens hat mein Vater mich gefahren. Er hat sich dann ein Buch mitgenommen und die Zeit totgeschlagen. Ich sollte ja kein Auto fahren, weil man nie weiß, wie man die Medikamente verträgt. Vor jeder Chemo steht die Blutanalyse. Das Ergebnis bekommt man so nach 20 Minuten und dann wird entschieden, ob die Chemo durchgeführt werden kann. Das erste Mal war das noch kein Problem. Also geht man in einen Raum, wo bereits andere „Leidensgenossen“ in unterschiedlichen Zuständen auf den „berühmten Stühlen“ sitzen. Die Therapie dauert eine Zeit, daher soll man es auch etwas bequem haben.

Ich hatte eine Therapie, bei der ich nach der Infusion eine Pumpe angehängt bekam. Die hat sich dann in den nächsten 36 Stunden geleert und wurde dann im Krankenhaus wieder abgenommen.
Dieses halbe Jahr war nicht schön, obwohl ich sagen muss, dass ich die Therapie wirklich gut vertragen habe. Meine Haare, Wimpern und Augenbrauen sind nur dünner geworden, ich habe also keine Perücke gebraucht. Was mich mehr belastet hat, war, dass der Port nicht ordentlich funktioniert hat. Bei der Infusion musste ich den Arm immer in einer ganz bestimmten Stellung halten, damit die Flüssigkeit gelaufen ist. Dafür haben die Schwestern die abenteuerlichsten Konstruktionen ausprobiert. Das große Bangen war dann eben nur: Schafft es auch die Pumpe? Schließlich konnte ich im Alltag nicht immer nur in einer Position verharren und schon gar nicht in der Nacht. Also immer wieder kontrollieren, ob die Flüssigkeit weniger wird …
Und nach einiger Zeit fing es dann auch an mit dem Taubheitsgefühl in den Händen und den Füßen. Das ging dann auch gar nicht mehr weg. Eine starke Kälteempfindlichkeit kam ebenfalls dazu. Ich konnte nicht mal Salat waschen, weil der Kontakt mit dem kalten Wasser sehr weh getan hat.

Bangen vor jeder Chemo

Dann das Bangen vor jeder Chemo, ob man sie überhaupt bekommt. Einige Male sehr knapp, aber ich hatte ein paar homöopathische Mittel, die mir hier sehr geholfen haben. Ich wollte ja auf keinen Fall unterbrechen! Das würde das ganze nur unnötig in die Länge ziehen. Von den Ärzten konnte ich hierbei jedoch keinen Rat erwarten, ich sollte Vitamine nehmen. Ansonsten halten die Schulmediziner im Allgemeinen nicht so viel von alternativer Medizin. Ich habe mich im Internet schlau gemacht und für mich etwas gefunden, das meinen Körper aufbaut und unterstützt. Habe aber natürlich die Ärzte informiert, was ich da zusätzlich einnehme. Es gibt nämlich durchaus auch alternative Heilmittel, die gegen die Chemo arbeiten und das ist ja nicht der Sinn der Sache.
In den Pausen ging es mir eigentlich ganz gut. Übelkeit, Appetitlosigkeit und Schlappheit sind normal und waren zu ertragen. Ich glaube, der liebe Gott hat es gut mit mir gemeint und ich hatte großes Glück, dass ich das alles so gut weg gesteckt habe.

Jedenfallshaben wir nach der letzten Chemo ordentlich gefeiert.

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