Nach der Therapie
Viele Darmkrebspatienten fühlen sich nach dem Ende der Behandlung nicht sofort wieder voll leistungsfähig. Für Angehörige ist das oft nicht leicht zu verstehen: Sie freuen sich schon lange vorher auf das Ende der Therapie und haben die Hoffnung, mit dem Betroffenen endlich wieder in den Alltag, die Normalität, zurückkehren zu können.
Manchmal fühlen sich Betroffene in Anbetracht der Tatsache, dass ihr Leben nicht weitergehen kann wie bisher, überfordert. Auch nach der Therapie berichten sie von einem Gefühl der körperlichen Ermüdbarkeit und zugleich von einer seelischen Belastung. Hinzu kommt, dass Veränderungen im Körper und die Angst vor einem möglichen Rückfall die Wiederaufnahme der gewohnten Tätigkeiten für den Patienten erschweren. Manche Darmkrebspatienten leiden – z. B. als Folge der Operation – unter Problemen bei Stuhlgang und Verdauung. Wenn sie einen künstlichen Darmausgang haben, müssen sie zusätzlich lernen, wie dieser technisch funktioniert und wie sie ihn möglichst ohne große Einschränkungen in ihren Alltag integrieren. Generell sind die wenigsten Patienten nach der Behandlung direkt wieder arbeitsfähig.
Den Alltag gemeinsam neu ordnen
Daher gilt es nach Therapieabschluss, gemeinsam mit dem Betroffen zu überlegen, wie es weitergeht und welche Aufgaben dieser in Zukunft übernehmen kann und will. Auch müssen die gemeinsamen Lebensziele überdacht und der veränderten Situation angepasst werden. Diese Phase der Neufindung bedeutet auch für die Angehörigen eine Herausforderung. Wichtig ist es dabei, sich nicht unter Druck zu setzen und sich Zeit zu nehmen, den Alltag und die Aufgaben gemeinsam zu gestalten und zu verteilen. Das Leben wird sicherlich nicht mehr dasselbe sein wie vor der Erkrankung. Hier bietet sich aber auch eine Chance, etwas zu verändern. „Das alte Leben wieder aufnehmen“ bedeutet nicht, so zu tun, als hätte sich nichts verändert. Die Krankheit als Teil des gemeinsamen Lebens zu akzeptieren, hilft, mit der neuen Situation zurecht zu kommen und so Ängsten weniger Raum zu geben.