Komplementärmedizin
Häufig tragen Angehörige die Sorge mit sich, ob auch wirklich alles für den Betroffenen getan wird. Gleichzeitig ist es für sie auch belastend zu sehen, wie der Patient unter den Einwirkungen der Erkrankung und/oder den Nebenwirkungen der Therapie leidet. Viele Angehörige suchen daher nach Möglichkeiten über die „Schulmedizin“ hinaus, die positiv auf den Krankheitsverlauf des Patienten einwirken können.
Film: Gegen den Krebs mit Naturmedizin, Ayurveda, Akupunktur?
Angehörigen befassen sich in diesem Zusammenhang häufig mit Alternativ- und Komplementärmedizin. Vielen dieser Verfahren mangelt es jedoch an wissenschaftlichen Nachweisen für ihre Wirksamkeit und ihre Neben- und Wechselwirkungen. Darüber hinaus gibt es in diesem Bereich viele Therapeuten und Hersteller, die die Angst und Unsicherheit auch von Angehörigen ausnutzen und quasi eine „Wunderheilung“ versprechen. Gerade bei Methoden oder Präparaten die im Internet beworben werden, sollten Sie besonders kritisch sein. Grundsätzlich abzuraten ist von Therapeuten oder Herstellern, die dazu ermutigen die bisherige Behandlung abzubrechen bzw. eine Vorauskasse oder ein extrem hohes Honorar verlangt wird.
Gemeinsam den Arzt nach Rat fragen
In vielen Fällen können Naturheil- und alternative Verfahren aber eine gute Ergänzung zur klassischen Schulmedizin bieten, denn Mistel, Enzyme, Spurenelemente und Vitamine können die Nebenwirkungen von Strahlen- oder Chemotherapie mildern bzw. das Allgemeinbefinden verbessern. Scheuen Sie sich also nicht, den Betroffenen auf diese Möglichkeiten hinzuweisen bzw. ihn zu ermutigen, seinen Arzt auf solche Ergänzungen im Zuge der Behandlung anzusprechen. Bedenken Sie jedoch, dass solche Informationen auf Patienten oft verunsichernd wirken und das Vertrauen in die Schulmedizin ins Wanken bringen können. Unterschiedliche Meinungen sind normal und sollten zugelassen werden. Oft ist es sinnvoll, gemeinsam Rat beim Arzt einzuholen bzw. sich zusammen bei unabhängigen Instituten zu Informieren. Mögliche Adressen finden Sie hier…
In jedem Fall ist es von großer Bedeutung, dass Patienten den behandelnden Arzt informieren, welche Präparate sie zusätzlich zur „normalen Therapie“ einnehmen, da es unter Umständen zu Nebenwirkungen oder schweren Wechselwirkungen kommen kann.
Kein Ersatz für „Schulmedizin“
Einige Angehörige werden in diesem Zusammenhang damit konfrontiert, dass der Betroffene die Schulmedizin plötzlich ablehnt und alle seine Hoffnungen und auch sein Geld in ein vermeintliches „Wundermittel“ investiert. In dieser Situation kann es zu schweren Konflikten innerhalb der Familie bzw. des engen Freundeskreises kommen. Sprechen Sie mit dem Patienten über seine Motive und Ängste. Und versuchen Sie ihm klar zu machen, dass bestimmte alternative Verfahren die klassische Krebstherapie zwar ergänzen, aber nicht ersetzen können.