Fortgeschrittenen Darmkrebs
Die Nachricht, dass Metastasen gefunden wurden, trifft auch die Angehörigen von Darmkrebspatienten schwer. Sie sind diejenigen, die die größte seelische Unterstützung leisten und die Betroffenen bei der Bewältigung der schwierigen Situation am intensivsten begleiten. Die Diagnose "fortgeschrittener Darmkrebs", setzen viele in direkten Zusammenhang mit Sterben und Tod. Fragen nach der Zukunft rücken in die Gedanken aller Beteiligten.
Sich ein genaues Bild machen
Richtig ist, dass die Heilungschancen für Patienten mit Metastasen in der Regel schlechter sind als für Betroffene, bei denen "nur" ein Primärtumor gefunden wurde. Die Annahme jedoch, dass der Tod unmittelbar bevorsteht, ist in den meisten Fällen falsch. Nicht in jedem Fall einer Metastasierung gilt die Erkrankung gleich als unheilbar oder als chronisch. Hier kann es sehr hilfreich sein, sich gemeinsam mit dem Betroffenen beim Arzt zu erkundigen, was die Befunde genau bedeuten und wie bedrohlich die Situation nun wirklich ist. Manchmal fällt es Angehörigen und auch Betroffenen schwer, dieses heikle Thema anzusprechen. Vielleicht überlegen Sie zuerst für sich selbst: Wäre es für mich wichtig, die neue Situation genauer einschätzen zu können? Würde es mir und meinem Partner helfen, zunächst einmal alleine zu überlegen und dann gemeinsam den Arzt anzusprechen?
Angehörige sind nicht nur Unterstützer
Wichtig ist, dass Angehörige sich darüber bewusst sind, eine eigene Position vertreten zu dürfen. Denn Sie sind nicht nur Unterstützer, sondern in gewisser Weise auch selbst betroffen. Ein Ihnen sehr nahestehender Mensch ist schwer erkrankt. Auch Sie haben Bedürfnisse und dürfen diese äußern. Zum Beispiel kann es sein, dass Sie gern über die neue Situation sprechen möchten, aber der Betroffene nicht – oder umgekehrt. In solchen Fällen ist es hilfreich, die unterschiedlichen Bedürfnisse zu äußern und zu überlegen, wie man am besten damit umgehen kann. Eine für beide zufriedenstellende Lösung kann hier sein, dass man ein Gespräch zu einem späteren Zeitpunkt vereinbart.
Auf keinen Fall sollten Sie sich einreden, immer stark sein zu müssen – die Krebserkrankung eines nahestehenden Menschen mit zu tragen ist eine sehr schwierige Aufgabe, die viel Kraft und Mut erfordert.