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Chemo- und Strahlentherapie

Wenn Chemo- oder Strahlentherapie bei einem Patienten zum Einsatz kommen, bedeutet dies im ersten Moment manchmal eine Enttäuschung und kann bei allen Beteiligten zunächst Unverständnis auslösen. Denn im Allgemeinen existiert die Vorstellung, dass nur eine Operation den Krebs wirklich beseitigen kann. Hinzu kommen Ängste vor den Nebenwirkungen dieser Behandlungen.

Kameraicon Film: Therapie-Nebenwirkungen und Lebensqualität

Umgang Angehörige Chemo- und Strahlentherapie

Die Enttäuschung mildern

Für Angehörigen ist es in dieser Situation schwierig, die Enttäuschung des Patienten abzufangen. Oft hilft es, sich gemeinsam mit dem Patienten bewusst zu machen, welche Vorteile eine solche Therapie bringt. Denn Patienten können mit dieser Tatsache leichter umgehen, wenn sie die genauen Hintergründe der Therapieplanung verstehen. So wird eine Vorbehandlung mit Chemo- und/oder Strahlentherapie durchgeführt, um den Tumor zu verkleinern und ihn anschließend leichter zu entfernen. Durch eine zusätzliche Behandlung nach der Operation können mögliche restliche Tumorzellen im Körper abgetötet werden. Bestärken Sie den Patienten darin, offene Fragen dazu bei seinem Arzt anzusprechen.

Unterstützung während Chemo- und Strahlentherapie

In vielen Fällen wird heutzutage die Behandlung mit Chemo- und Strahlentherapie besser vertragen als erwartet. Dennoch haben Patienten mit den Auswirkungen dieser Behandlungen zu kämpfen. Daher sollten Sie in dieser Zeit gemeinsam mit dem Patienten immer wieder Rücksprache mit dem Arzt halten, um eventuelle Nebenwirkungen rechtzeitig zu mildern.

Während der Chemotherapie ist die Unterstützung durch die Angehörigen besonders wichtig. Denn diese Zeit empfinden Betroffene oft als sehr paradox, und sie ist dadurch schwer auszuhalten: Vor der Diagnose ging es ihnen meist gut, durch die Therapie geht es ihnen nun deutlich schlechter. Die Betroffenen haben mit Nebenwirkungen zu kämpfen und fühlen sich häufig schwach, abgeschlagen und müde. Manchmal ist es notwendig, den Patienten in den Therapiepausen immer wieder zu ermutigen, die Behandlung durchzuhalten und aufs Neue herauszufinden, was ihm jetzt helfen könnte.

Besprechen Sie gemeinsam, wie Sie die Phasen während der Behandlung so angenehm wie möglich gestalten können:

  • Häufig ist es hilfreich, wenn Angehörige den Patienten so gut wie möglich entlasten, indem sie zum Beispiel den Haushalt führen
  • Ermöglichen Sie dem Patienten gezielt Pausen zu machen, um in dieser Zeit ausreichend Kräfte mobilisieren zu können
  • Unterstützen Sie ihn dabei, sich etwas Gutes zu tun, beispielsweise mit einem Spaziergang, leichtem Ausdauertraining, gemeinsamen Gesprächen oder kochen Sie etwas, worauf er Appetit hat
  • Belohnen Sie sich nach jedem Therapiezyklus mit etwas Besonderem, vielleicht einem Konzertbesuch oder einem gemeinsamen Kurzurlaub

Auch Angehörigen sollten sich in dieser Zeit bewusst machen, dass sie sich in einem Ausnahmezustand befinden, der zeitlich begrenzt ist. In einigen Momenten gilt es einfach nur „durchzuhalten“.