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Therapiebeginn

Operationen als Einstieg in die Therapie

Im Zusammenhang mit Krebs verstand ich unter Therapie an sich nur die Chemo- und die Strahlentherapie, die, falls notwendig, erst nach einer Operation noch zum Einsatz kommen. Die Operation selber ist bei mir irgendwie nicht als Therapie abgespeichert, sie fällt gewissermaßen in eine eigene Kategorie. Medizinisch betrachtet gehört sie jedoch bereits mit zu der Krebstherapie. Da zusätzliche präoperative Maßnahmen nicht zur Debatte standen, gelten bei mir deshalb die vorgenommenen Eingriffe als die ersten Therapieschritte in den Behandlungsprozess hinein. Ich glaube, die OP ist außerdem der Behandlungsschritt, dem man noch am ehesten zustimmen kann. Während sich bei einer Chemo- oder Strahlentherapie kaum nachvollziehbare Dinge im Körper abspielen, die allgemein mit sehr unangenehmen Nebenwirkungen assoziiert sind, erscheint das Wegschneiden von befallenem Gewebe bildlich betrachtet noch recht plausibel. Nachdem die Chirurgen also bei mir die Möglichkeit einer Operation erkannt hatten, konnte ich mich deshalb auch vergleichsweise zuversichtlich in das weitere Geschehen hineinbegeben, zumindest zunächst.

Die Frage nach der eigenen Wahlmöglichkeit

Trotzdem bin ich von Hause aus ein an sich eher kritisch eingestellter Mensch, dem es zudem schwerfällt, Kontrolle abzugeben. Diese Haltung nehme ich auch gegenüber der Schulmedizin ein. Ich frage mich stets, ob es nicht auch andere, „sanftere“ Behandlungsmöglichkeiten gibt, die mehr mit dem Körper als gegen den Körper arbeiten. So besehen ist eine Operation eine ziemlich radikale Vorgehensweise, die mich außerdem dazu zwingt, die Kontrolle vollkommen den anderen zu überlassen. Allerdings habe ich damals die Erfahrung gemacht, dass ich in dieser kritischen, lebensbedrohlichen Situation letztlich den etablierten Medizinern doch am meisten vertraute. Für mich heißt das im Nachhinein, dass ich bei den Entscheidungen, die in Bezug auf die Krankheitsbehandlung anstehen, so weit wie möglich mit mir selbst im Reinen sein möchte. Es soll sich auch wie eine eigene Entscheidung anfühlen und nicht wie ein resignatives Hineinbegeben, bei dem ich selber keine Wahlmöglichkeit verspüre. Zum Zeitpunkt der bevorstehenden Operationen hatte ich derartige Überlegungen freilich noch nicht durchdacht, und ich weiß nicht, inwieweit man überhaupt dazu in der Lage ist, in solch einer Situation klare Abwägungen zu treffen, zumal wenn man vorher noch nichts Vergleichbares erlebt hat. Dementsprechend mulmig und ausgeliefert fühlte ich mich damals, auch wenn andererseits die Erleichterung über die gegebene Möglichkeit der Operation groß war.

Was kann ich zusätzlich für mich tun?

Aus heutiger Perspektive würde ich mich außerdem darüber informieren, ob ich mich auf so schwere Operationen irgendwie zusätzlich vorbereiten kann, vornehmlich im Sinne einer konstitutionellen Stärkung. Neben den Ärzten, die sowieso in die Krankheitsbehandlung involviert sind, würde ich hierfür wohl ebenso Komplementärmediziner, also zum Beispiel Homöopathen oder auf Naturheilkunde spezialisierte Ärzte, zu Rate ziehen, die meines Erachtens diesbezüglich mehr Erfahrung haben. So eine Operation ist zwar vordergründig ein sehr technischer Vorgang, sie stellt aber dennoch eine starke Belastung für den Körper dar. Für mich ist es deshalb wichtig, unabhängig von der notwendigen therapeutischen Maßnahme, die damit verbundenen Belastungen nach Möglichkeit abzufedern. Allerdings dürften diese Überlegungen auch nicht ausufern, sodass ich mich damit nachher nur noch zusätzlich verunsichere.