Operation
Dickdarm-Operation
An einem Montag wurde ich im Krankenhaus aufgenommen und viele Unter- suchungen
wurden durchgeführt. Mir wurde die bevorstehende OP ausführlich geschildert und
die Narkose erklärt. Den ganzen Tag war ich sehr beunruhigt und bekam
Schlaftabletten. Durch die Abführmittel (zur Darmreinigung) konnte ich nicht
richtig schlafen, denn ich musste mehrmals zur Toilette. Am nächsten Morgen um
6.00 Uhr bekam ich mein OP-Hemd und einige Tabletten. Gegen 8.00 Uhr wurde ich
abgeholt und für die Operation vorbereitet.
Ich hatte große Angst vor der OP. Dann bekam ich die Narkose und wachte auf der
Intensivstation auf, wo ich zwei Tage verbrachte, und stellte fest, dass ich
keinen künstlichen Darmausgang
(Praeter) hatte. Ich freute mich sehr darüber. Dann wurde ich zur normalen
Station verlegt. Ich hatte große Schmerzen und konnte auch nach zwei Wochen
nicht aufstehen. Mein Gesundheitszustand verschlechterte sich täglich. Das
Fieber stieg auf über 41° C. Nach drei Wochen wurde eine CT gemacht.
Dann wurde eine Not-OP durchgeführt mit dem Ergebnis: Revision wegen
Schlingenabszessbildung. Nach dieser zweiten OP stellte ich fest, dass ich
einen künstlichen Darmausgang hatte. Die Ärzte teilten mir mit, dass der
„Praeter“ unausweichlich gewesen wäre. Mir wurden meine Sigmakarzinom-Werte
mitgeteilt. Ich war einerseits froh, dass ich keine Metastasen hatte, aber war
sehr unglücklich über den „Beutel“ an meinem Bauch. Mir wurde später die
Handhabung, der Wechsel des „Beutels“, die Reinigung usw., durch eine Fachkraft
einer Sanitätsfirma erklärt. Der Heilungsprozess nach der zweiten Operation
verlief normal. Nach sechs Wochen wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen. Die
Handhabung mit dem Beutel war kein Problem, aber ich war sehr unglücklich mit
der neuen Situation.
Umgang mit dem „Beutel“
Nach kurzer Zeit versuchte ich meine Situation zu verbessern. Ich kaufte mir zwei Nummern kleinere T-Shirts, die ich nur mit großer Anstrengung anziehen konnte. Unter dem T-Shirt war mein Coloplaster-Beutel eingequetscht. Darüber trug ich ein weites Hemd, das ich über die Hose fallen ließ. Der „Beutel“ war fest und ich konnte mich frei bewegen, keiner sah etwas. Dann fuhr ich zur Reha, ging tanzen, machte Wanderungen und keiner wusste, dass ich einen „Beutel“ trug. Zum Beutelwechsel ging ich, wie andere auch, zur Toilette. Meine Lebensqualität verbesserte sich sehr stark und ich war nicht mehr unglücklich mit meiner Situation. Ich fuhr sogar nach Gran Canaria in den Urlaub. Zum Schwimmen im Pool und Meer trug ich immer ein engeres T-Shirt. Wenn Leute meine Frau oder meinen Enkel fragten, warum ich immer ein T-Shirt trage, sagten sie: Ich hätte eine Sonnenallergie. Schon war das Problem gelöst. Ich konnte fast normal Leben und der Beutel behinderte mich kaum noch. Nach sechs Monaten sollte der künstliche Darmausgang rückverlegt werden. Erst als mir die Ärzte erklärten, es wäre eine einfache Operation, stimmte ich dieser zu. Die Rückverlegung des Darmausgangs verlief ohne Probleme.