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Psychoonkologische Beratung

Nach der Operation wurde mir im Krankenhaus die Möglichkeit angeboten, mich psychoonkologisch beraten und betreuen zu lassen. Da ich nicht glaube, dass eine Krebserkrankung persönlichkeitsbedingt ist und ich einen Partner, Familie und Freunde habe, mit dem/denen ich über alles sprechen kann, habe ich dieses Angebot nicht angenommen.

Später, in der Reha, habe ich einen Termin mit der dortigen Psychologin vereinbart – eigentlich mehr aus Neugier. Dadurch erhielt ich die Möglichkeit, mit einer nicht betroffenen, neutralen Person über meine Empfindungen zu sprechen. Es war ein gutes Gespräch. Ich hatte jedoch nicht das Bedürfnis, dies in regelmäßigen Abständen zu wiederholen oder mich einer Therapie zu unterziehen.

Da es jedoch viele Menschen gibt, die einsam sind oder ein Umfeld haben, das mit der Erkrankung und den damit einhergehenden Problemen nicht klarkommt, finde ich diese Einrichtung gut. Wenn man die Gelegenheit hat, sollte man sich dies auch gerne einmal ansehen, auch wenn man der Sache eher skeptisch gegenübersteht. Ansonsten ist es schwer, sich eine eigene Meinung zu bilden.

Natürlich gibt es hier auch große Unterschiede, da ja jeder Psychologe auch ein Individuum ist und jeder die Sache unterschiedlich angeht. Die Chemie muss stimmen und wenn man das Gefühl hat, Hilfe zu benötigen, sollte man meines Erachtens auch nicht davor zurückschrecken, den Psychologen so lange zu wechseln, bis man eine Person seines Vertrauens gefunden hat.

Leider ist der Bereich Psychologie bei vielen Menschen noch negativ belastet. Davon sollte man sich frei machen. Ich kenne einige Leute, denen eine psychologische Betreuung nicht nur im Bereich der Krebserkrankung weitergeholfen hat. Meist wird das ja nicht an die „große Glocke“ gehängt, um nicht den Makel des „Verrücktseins“ und der Labilität zu erhalten. Davon muss man sich befreien und einfach ausprobieren, ob es einem hilft.

Das ist meine Meinung – über eigene Erfahrungen kann ich jedoch nicht berichten. Ich würde jedoch jederzeit, wenn ich es für notwendig erachte, psychologische Hilfe annehmen.