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Komplikationen

Die Angst, dass die Krankheit zurückkommt oder an einer anderen Stelle wieder auftaucht, begleitet mich seit der Diagnose und wird mich wahrscheinlich mein Leben lang begleiten.

Jeder geht natürlich anders mit seinen Ängsten um. Für mich war nach der Reha der Wiedereinstieg in das Berufsleben sehr wichtig. Ich habe die ersten drei Monate eine Wiedereingliederung gemacht und hatte so keinen Druck. Wenn es mir nicht so gut ging, konnte ich zu Hause bleiben. Dem Arbeitgeber entstand hierdurch kein Schaden, da ich ja weiterhin krankgeschrieben war.

Ich ging natürlich regelmäßig zu meinen Vorsorgeuntersuchungen und jedes Mal, wenn alles in Ordnung war, fiel ein Stein von meinem Herzen. Dies ist bis heute so geblieben.

Dazu kommt, dass man viel mehr in sich hineinhört und bei jedem Zipperlein schnell auf den Gedanken kommt, dass der Krebs zurück ist oder anfängt, sich woanders breitzumachen. Die meisten Ärzte haben hierfür Verständnis oder tun zumindest so und versuchen, meine Ängste ernst zu nehmen und durch gründliche Untersuchung zu beseitigen. Das gelingt leider nicht immer, da ich ja weiß, dass man den Krebs nicht spüren kann und wenn, dann ist es meist schon etwas später … Krebs tut nun mal nicht weh.

Ich versuche, meinen gesunden Menschenverstand walten zu lassen. Auch das Verdrängen der Angst bringt mir persönlich Erleichterung. Ich gestalte mein Leben so weit als möglich so, dass ich Spaß daran habe. Da bleibt dann auch nicht mehr soviel Zeit, ständig zu grübeln. Über meine Ängste spreche ich mittlerweile kaum noch, da ich nicht auch noch Dritte damit belasten möchte. Ich lebe nach dem Motto: Wenn es dann mal wieder so weit sein sollte, muss ich sowieso wieder reagieren. Bis dahin versuche ich, einfach gesund zu bleiben und mein Leben zu genießen. Ängste hemmen nur und vermiesen einem an allem die Freude.

Es gibt aber trotzdem eigentlich keinen Tag, an dem ich nicht an den Krebs denke. Meist ist es jedoch eine kurze Phase. Dann bin ich dankbar, dass ich gesund geworden bin, und bete zu Gott, dass das so bleibt. Aber jeder hat halt auch mal einen schlechten Tag, da halten die schlechten Gedanken dann etwas länger an. Am Ende muss man da eben einfach durch und wenn es vorbei ist, kann man wieder neuen Mut fassen und daran glauben, dass der Krebs bleibt, wo der Pfeffer wächst.

Seit meiner Erkrankung ist mir ohnehin viel bewusster geworden, dass jeder einmal sterben muss und wenn ich eben etwas früher dran bin, dann hatte ich halt Pech. Das heißt natürlich nicht, dass ich resigniere oder aufgebe. Ich weigere mich nur, mich ständig mit der Krankheit, die ich ja überwunden habe, zu beschäftigen.